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Wie entsteht eine Kohlenmonoxidvergiftung?

Immer wieder kommt es zu Todesfällen aufgrund einer Kohlenmonoxid-Vergiftung. Doch noch beängstigender ist die vermutlich hohe Zahl derer, die eine leichte Vergiftung mit Kohlenmonoxid erleben und falsch diagnostiziert werden. Inwieweit es hierbei zu Spätfolgen oder Nachwirkungen kommt, ist bisher nicht ermittelbar. Wie kommt es nun zu einer Kohlenmonoxid-Vergiftung?

Das geruchlose Gas schlägt zu

Eines der möglichen Szenarios für eine Kohlenmonoxid-Vergiftung ist, dass man einen Gartengrill betreibt und diesen wegen aufkommenden Windes ins Wohnzimmer trägt. Man möchte keinen Aschenflug erleben. Oder man hat Angst, dass die herumfliegende Glut eine Nachbars-Gartenbude entzündet. Soweit ist der Gedanke klug. Nicht klug ist es aber, einen Grill mit noch ausglühender Grillkohle in den Wohnbereich zu tragen. Unter der bereits entstandenen Ascheschicht erfolgt mangels ausreichender Sauerstoffzufuhr keine vollständige Verbrennung der Kohle mehr. Es entsteht daher Kohlenmonoxid. Dieses tödliche Gift schleicht sich unbemerkt durch den Raum. Es verdichtet sich in der Raummitte und breitet sich dann aus. Kohlenmonoxid ist wegen seiner Struktur sogar in der Lage, Beton zu durchziehen. Wände und Türen sind daher kein Hindernis für das Gas. Obwohl der ausglühende Grill auf einer Matte in der Nähe der Terrassentür steht, gelangt das Gift in alle Wohnräume. Dieses Szenario ist bereits vielen Familien zum Verhängnis geworden. Vor allem im Schlaf bemerkt man die tödliche Gefahr nicht. Ist man wach, registriert man vielleicht Kopfschmerzen, Unwohlsein, Schwindel und Atemnot. Ob man diese aber korrekt der noch glühenden Grillkohle im anderen Zimmer zurechnet, darf bezweifelt werden. Je kleiner und schlechter gelüftet der Raum ist, in dem der Grill steht, desto schneller befinden sich die Wohnungsinhaber in Lebensgefahr.

Kohlenmonoxid wird oft unterschätzt

Die Vergiftung entsteht oft als Begleiterscheinung einer Rauchvergiftung. Im Organismus entsteht die Kohlenmonoxid-Vergiftung durch die Anreicherung des tödlichen Gases im Raum. Atmet man das Kohlenmonoxid ein, haftet es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit an das Hämoglobin. Hämoglobin besitzt nämlich eine sehr hohe Affinität, sich an dieses geruchlose Gas zu binden. Es entsteht als Folge davon Carboxyhämoglobin. Dadurch wiederum wird die Aufnahme von Sauerstoff in den Organismus behindert. Der noch aufgenommene Sauerstoff kann nicht mehr als Kohlendioxid abgeatmet werden. Wenn der Carboxyhämoglobin-Anteil im Blut bei etwa 25 Prozent liegt, bemerkt man Vergiftungserscheinungen. Ohnmächtig wird man, wenn das Blut zu 50 Prozent mit Carboxyhämoglobin gesättigt ist. Bei einem noch höheren Sättigungsgrad fällt man ins Koma und erstickt schließlich. Das kann bei einem unbemerkten Schwelbrand ebenso der Fall sein wie beim Betreiben eines Kamins, dessen Rauchabzug verstopft ist.

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